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Erbliche Erkrankungen

In diesem Abschnitt möchte ich die bekanntesten erblichen Erkrankungen beim Border Collie vorstellen. Dies bedeutet nicht, dass diese Erkrankungen häufig sind, und nicht durch eine entsprechende Zuchtauswahl noch andere  in Zukunft auftreten könnten.

Angeborene/erbliche Erkrankungen

In diesem Abschnitt möchte ich die bekanntesten erblichen Erkrankungen beim Border Collie vorstellen. Dies bedeutet nicht, dass diese Erkrankungen häufig sind, und nicht durch eine entsprechende Zuchtauswahl noch andere  in Zukunft auftreten könnten.

Es soll nicht so aussehen, als sei der Border Collie ein besonders krankheitsanfälliger, überzüchteter Hund. Dass er so gesund bleibt, wie er als Arbeitsrasse sein muss, sollte die größte Sorge der Züchter sein. Wenn er dann auch noch gut aussieht – umso besser. 

Die hier dargestellten Erkenntnisse stammen nicht so sehr aus meinem Erfahrungsschatz als Tiermedizinerin als vielmehr der einschlägigen Fachliteratur. Die Literaturliste finden Sie unter Links. Ich erhebe hier nicht den Anspruch auf  Wissenschaftlichkeit, einige Dinge habe ich sehr vereinfacht dargestellt, aber die Detailkenntnis ist auch nicht in jedem Fall erforderlich. Hier geht es darum einzuschätzen, warum welche Untersuchung beim Welpen gemacht werden und beim erwachsenen Hund noch erforderlich sind, um möglichst alle vermeidbaren hereditären (erblichen) Erkrankungen auszuschließen.

Auge

Bei Border Collie wie auch beim Collie, Sheltie und  Australian Shepherd kann eine Erkrankung vererbt werden, die Collie Augen Anomalie oder CEA genannt wird.

Es sind vergleichsweise nur sehr wenige Border Collies von dieser Erkrankung betroffen. Damit es auch so bleibt, sollen alle Züchter Ihre Welpen untersuchen lassen und betroffene Tiere aus der Zucht nehmen

Bei der CEA handelt es sich um mehrere Anomalien des hinteren Augenabschnittes, der Retina (Netzhaut) und der Chorioidea (Aderhaut). Die Netzhaut ist die Schicht im Auge, in der die Sehzellen, die Zapfen, durch die wir Farben sehen, und die Stäbchen, die für das Erkennen von Hell und Dunkel zuständig sind, angeordnet sind.

Die CEA gibt es nun in verschiedenen Ausprägungsformen und daher auch mit unterschiedlichen Untersuchungsbefunden.

Es ist erforderlich, dass die Pupille mittels eines Medikamentes weit gestellt wird und dass der Betrachter mit Hilfe eines Instrumentes (Ophthalmoskop) durch die Pupille in den hinteren Abschnitt des Auges sieht. Dieser Vorgang ist für den Hund schmerzlos. Aufgrund einer Besonderheit dieser Erkrankung, auf die ich noch zu sprechen kommen werde, kann die Erkrankung in einigen Fällen nur sicher in den ersten Lebenswochen festgestellt werden. Daher sollten die Welpen schon beim Züchter auf das Vorliegen dieser CEA untersucht worden sein.

  1. In ihrer leichtesten und häufigsten Form kommen bei betroffenen  Hunden  kleine Flecken vor, in denen Teile der Netzhaut nicht richtig angelegt wurden, also „dysplastisch“ sind. Diese behindern das Sehvermögen der Hunde nicht.  Einige der Hunde, die als Welpen diese Erscheinung zeigen, können im erwachsenen Alter nicht mehr von normalen Hunden unterschieden werden. Man bezeichnet sie als „go normals“. Dieser Begriff ist etwas irreführend, denn er bedeutet nur, dass die Veränderung später nicht mehr diagnostiziert werden kann, es bedeutet nicht, dass der Hund auch genetisch gesund wird. Es liegt vielmehr, davon ist auszugehen, in den meisten Fällen ein homozygot erkranktes Tier vor, das bedeutet, dass alle Nachkommen auch Träger des erkrankten Gens werden (siehe Ausflug in die Vererbungslehre).

  2.  Vertiefungen am Sehnerv (Kolobome) entstehen, weil sich in der Embryonalzeit der Augenbecher fehlerhaft schließt. Hunde mit dieser Erscheinung können,  je nach Größe des Defektes  ebenfalls meistens noch gut sehen.

  3. 5-10% der Hunde zeigen jedoch schwere Erscheinungen der CEA, bei der sich die Netzhaut über größere Flächen von der Aderhaut ablöst, es zu Blutungen kommt. Diese Tiere werden davon erblinden.

Eine ausgeprägte Schlängelung der Gefäße im Augenhintergrund wird von einigen Spezialisten als Rassemerkmal, von anderen als Anzeichen der CEA angesehen.

Der Erbgang bei der CEA ist autosomal rezessiv, also nicht an das Geschlechtschromosom gekoppelt.

Machen wir einen kleinen Ausflug in die Vererbungslehre.

Jedes Tier hat für eine bestimmte Anlage zwei Gene, eins vom Vater, eins von der Mutter. Wird eine Anlage dominant vererbt, wie z.B. die Farbe schwarz-weiß beim Border Collie, ist es gleich, welches andere Gen dabei ist, das dominante wird bestimmen, wie das Tier aussieht.

Umgekehrt betrachtet ist das Gen, das nicht zum Zuge kommt zwar vorhanden, setzt sich aber nicht durch, es ist rezessiv. Es kann aber durchaus an die Nachkommen weiter gegeben werden!                                    

Beispiel

              x sei dominant für schwarz-weiß

             O sei rezessiv für rot-weiß

Haben wir einen rot-weißen Rüden, kann er nur die Gene oo haben (hätte er xo, wäre er nicht rot!) Die Mutter sei schwarz, sie kann beide Gene x haben oder nur eins von beiden, das können wir nur wissen, wenn wir ihre Ahnentafel kennen.

Gehen wir erst einmal davon aus, dass sie nur xx trägt.

XX                             +                       OO

XO              XO             XO                XO

Alle Welpen haben das eine Gen von  der Mutter (X) und das andere (O) vom Vater. So dürfte die Verpaarung Bronnie/Eddie aussehen. Alle Welpen sind schwarz-weiß, aber wie sieht die nächste Generation aus?

 Nehmen wir an, eine Hündin aus o.g. Wurf trifft auf einen Rüden mit denselben Genen

 XO                                  +                     XO

Dann werden die Welpen bunt (mit etwas Glück)

 XX                      XO                      XO                    OO

Ein Welpe wird reinerbig schwarz, einer reinerbig rot und zwei gemischterbig, vom Phänotyp allerdings schwarz-weiß.

Hier noch einmal eine andere Darstellung desselben Sachverhaltes:

 

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Soweit, so einfach. Schwieriger wird es, wenn Gene andere Spielregeln haben als diese.

Wie sieht das bei dem von uns betrachteten Fall der CEA aus? Sie wird auch rezessiv vererbt.

Nehmen wir also ein Elternpaar, das klinisch gesund ist, aber einer davon trägt das Gen für die CEA .Was passiert?

Richtig: Nichts!

XO      = trägt CEA (O)

XX      = reinerbig gesund

 XO                      +                           XX

XX             XX           OX                OX 

Alle Welpen werden klinisch gesund sein, aber die Hälfte wird das unerwünschte Gen tragen.

Und wenn beide Eltern klinisch gesund sind, aber das kranke Gen tragen?

XO                       +                              XO

XX             XO                 XO              OO

Wir haben drei klinisch gesunde Tiere, von denen eins reinerbig gesund ist und zwei das unerwünschte Gen tragen, und ein Tier wird erkrankt sein.  

Aus dieser Darstellung ist ersichtlich, dass man aus zwei klinisch gesunden Tieren ein erkranktes Tier züchten kann, wenn beide Eltern das Gen tragen.

Bei der CEA handelt es sich um einen autosomalen rezessiven Erbgang, das bedeutet, er ist nicht an das Geschlechtschromosom gekoppelt. Die Penetranz wird mit nahezu 100% angegeben (Lowe et al. s.u.)

Für andere Augenerkrankungen gibt es bereits Gentests, bei dem eine Blutuntersuchung Aufschluss über das Vorliegen eines rezessiven Gens geben kann, leider jedoch noch nicht für die CEA.

So lange müssen die Züchter vor jeder Augenuntersuchung bangen, ob nicht doch ein Gen, das unentdeckt viele Generationen geschlummert hat, sich nun durch diese Verpaarung zeigt.

Gefährlicher für den Frieden in Zuchtorganisationen ist allerdings der dominante Erbgang wenn er mit unvollständiger Penetranz auftritt. Das bedeutet, dass ein einzelnes Gen für die Ausbildung der Erkrankung reicht, diese aber nicht bei jedem Welpen nachgewiesen werden kann, weil die Ausbildung durch andere Faktoren unterdrückt wird. Während sich beim rezessiven Erbgang sowohl der Besitzer der Hündin als auch des Rüden „den Schuh anziehen müssen“ ein rezessiv vorhandenes Gen im „Stall“ zu haben, ist beim dominanten Erbgang nur einer der beiden Eltern möglicherweise der Überträger. Dies wurde für den Erbgang der angeborenen Katarakt beim Golden Retriever diskutiert (Zit. Nach Kral, Rubin LF (1974) Cataract in Golden Retrievers. J Am Vet Med Assoc 165: 457-458.), der Erbgang bei anderen Rassen scheint ein rezessiver zu sein – s. gleiche Publikation im web.

Erfreulicherweise wurde im letzten Jahr ein bedeutender Fortschritt auf dem Gebiet der CEA-Forschung erzielt. Einer amerikanischen Forschergruppe an der Cornell- Universität ist es gelungen,  die Stelle des Chromosoms zu analysieren, die für diese Erkrankung verantwortlich ist. (J.K. Lowe et al.: Linkage mapping of the primary disease locus for collie eye anomaly. Genomics.2003 Jul; 82(1): 86-95). Ein Abstract dieses Artikels kann auf der Seite www.sciencedirect.com  angesehen werden.  Es bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnis in naher Zukunft für einen Test umgesetzt werden kann.

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Ein neuerer Nachtrag:

Heute (17.2.2004) bekam ich eine Email von Frau Dr. J. Felix, Präsidentin  der Firma Optigen, die mir auf meine Frage, wann denn mit einem Gentest für CEA zu rechnen sei, antwortete. Zwar gebe es im Moment noch keinen Test, schrieb sie,  man erwarte aber in naher Zukunft, d.h. im nächsten halben Jahr einen solchen. Man möge auf der Homepage von Optigen nach Neuigkeiten schauen: www.optigen.com

Die im Staat New York ansässige Firma Optigen führt seit einiger Zeit Gentests zur Ermittlung von Genträgern bei der PRA und anderen Merkmalen bei verschiedenen Hunderassen durch.

Mittlerweile ist wieder ein Jahr ins Land gegangen und der genetische CEA Test ist auf dem Markt. Viele Border Collies wurden weltweit getestet, und wir müssen mit der Tatsache leben, dass ca 25% der Hunde, die getestet wurden, das unerwünschte CEA Gen tragen. Jetzt ist es allerdings möglich, sie mit genetisch normalen Hunden zu verpaaren und damit keine erkrankten Welpen mehr zu erzeugen. Eine Liste der Hunde, die getestet wurden, und deren Besitzer einer Veröffentlichung zugestimmt haben findet man auf der Seite www.bordercolliehealth.com .

Da ich in der Zwischenzeit enorm viele Anfragen zum Procedere des Tests bekommen habe, habe ich mich entschlossen, die Anleitung dazu auf meine HP zu setzen. Weil es die wenigsten Leser interessieren wird, führt ein link zu den Anweisungen.

 

Tierärzte, die auf Augenuntersuchungen spezialisiert sind, gehören dem Dortmunder Kreis an. Dies ist eine Gesellschaft von Augenspezialisten, die eine aufwändige zusätzliche Ausbildung absolviert haben und das dazu nötige Fachwissen und Instrumentarium haben. Adressen findet man unter www.dok-vet.de.

Andere vererbte Augenerkrankungen kommen nicht nur beim Collie und seinen Verwandten, sondern bei vielen anderen beliebten Rassen vor. Es  sind die angeborene Katarakt (HC) und die Progressive Retina-Atrophie (PRA), um die Wichtigsten zu nennen.

Bei der PRA ist wieder der hintere Augenabschnitt, die Netzhaut betroffen.  Sie geht mit einer fortschreitenden Zerstörung der Photorezeptoren und anderer Bauelemente der Netzhaut einher. Der Befund des Tierarztes stützt sich auf ein bestimmtes Muster von Erscheinungen, die mit Hilfe der  Ophthalmoskopie (direkt oder indirekt) festgestellt werden können, das sind ein verstärktes Leuchten des Fundus, ein Dünnerwerden und geraderer Verlauf der Blutgefäße und ein Schrumpfen des Nervenkopfes.

Diese Erkrankung kommt bei vielen Rassen vor, beim Border Collie offensichtlich selten. (Acland, Retinal Disorders in Border Collies, veröffentlicht unter  www.sheepdog.com/genetics/eyes.html).

Bei anderen Autoren  wird eine Veränderung beschrieben, die als zentrale Retina Atrophie bezeichnet wird. Mittlerweile gibt es Hinweise, die nahe legen, die Zugehörigkeit der Erkrankung als PRA zu überdenken. Es werden Lipopigmente in das Pigmentepithel eingelagert, später greifen diese Veränderungen auf die gesamte Netzhaut über.

Im Gegensatz zur PRA, bei der die Hunde zunächst in der Dämmerung schlechter sehen, werden die Hunde bei dieser PED stehende Gegenstände nicht so leicht erkennen können wie sich bewegende Dinge. Ob diese Erkrankung rein erblich ist, wird angezweifelt. Möglicherweise sind auch Umweltfaktoren an der Entstehung beteiligt.

Als Katarakt oder Grauer Star bezeichnet man eine weiße Verfärbung der Linse. Es gibt verschiedene Ursachen, für eine solche Katarakt, sei es durch einen Unfall, eine Stoffwechselerkrankung oder eine Vergiftung. Hier sind die kongenitalen Formen (die im Alter von 6-8 Wochen bereits zu erkennen sind) oder die juvenilen Formen gemeint, die nach dem 3. Lebensmonat auftreten, meist jedoch erst wenn die Hunde älter als ein Jahr sind. Dabei hat die erbliche Form meist ein typisches Aussehen und kann  von einem Augenspezialisten von anderen Formen unterschieden werden.

Während die CEA sich im Laufe des Lebens nicht verschlechtert und die betroffenen Tiere selten erblinden, muss man bei der PRA von einer Beeinträchtigung des Sehvermögens ausgehen, bei der HC kommt es auf die Form an. Auch hier gibt es stationäre Formen, selten ist auch nur ein Auge betroffen, die das Sehvermögen des Hundes nicht beeinträchtigen. Dennoch dürfen solche Hunde nicht zur Zucht eingesetzt werden, denn sie könnten ihren Nachkommen nicht die eigene „milde“ Form, sondern eine wesentlich schlechtere vererben.

Erfreulich ist, dass beide Erkrankungen beim Border Collie im Vergleich zu anderen Rassen sehr selten sind.

Zeigt der Hund im Alter irgendwann Symptome einer solchen Erkrankung, sollten Sie mit dem Züchter Kontakt aufnehmen. Für ihn ist es absolut wichtig diese Zusammenhänge zu erkennen. Das Vorliegen einer solchen Erkrankung lässt auch Rückschlüsse auf Wurfgeschwister und deren Nachkommen zu. Nur so ist es im Moment möglich, eventuelle Träger der unerwünschten Gene zu erkennen.

Zum Thema der Augenerkrankungen möchte ich noch die website der holländischen Züchterin Danielle Boshouwers empfehlen, die alle bekannten vererbten Erkrankungen auch mit Abbildungen aufgelistet hat:

 http://www.bordercollies.nl/eheaeye.shtml

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CL- Ceroid-Lipofuscinose

Das ist eine sehr seltene Erkrankung, aber ein gutes Beispiel dafür, wie effektiv man einerseits mit einer erblichen Erkrankung umgehen und ihre Verbreitung eindämmen kann, wie leicht man jedoch auch die Krankheit unterschätzen kann, wenn sie wie beschrieben Generationen „überspringt“.

Es handelt sich um eine Speicherkrankheit, bei der ein Stoff fälschlicherweise im Körper gespeichert wird, weil dem betreffenden Organismus das Enzym fehlt, um die Substanz auszuschleusen. Beim Menschen gibt es diese Erkrankung auch, sie heißt dort Batten’s Disease.

Als Welpe wird ein Tier zunächst normal aussehen und sich auch normal entwickeln, bis es im Alter von 1,5 Jahren zu den ersten Erscheinungen kommt, die stetig fortschreiten. Da sich die Substanz im Nervengewebe speichert, sind die Ausfallserscheinungen entsprechend: Verhaltensstörungen, Angst vor bekannten Dingen, Sehstörungen, unsicherer Gang, Stolpern, Desorientierung usw. Es gibt keine Behandlung dieser Tiere und sie werden alle im Alter bis 2,5 oder 3 Jahren sterben.

Die Krankheit trat zuerst in Australien und Neuseeland auf und dort hatten die Züchter und Besitzer der Hunde nichts dagegen, dass die Ahnentafeln der Träger veröffentlicht wurden!

Es ist bekannt, dass die Erkrankung mehrere Generationen überspringen kann. Im letzten Jahr ist in Japan ein weiterer Fall aufgetreten  und die betroffenen Hunde hatten in der Generation ihrer Ur-urgroßeltern tatsächlich 4 (!) bekannte Überträger der CL. Ein weiterer Fall in Australien im Jahr 2003 wurde auch berichtet; „Downunder“ arbeiten Wissenschaftler an der Erforschung. Die Ahnentafel des betroffenen Wurfes kann im Netz eingesehen werden.

Durch die Veröffentlichung der Namen der Überträger liegt es in der Hand jeden Züchters, seine Blutlinien nicht mit den gefährdeten zu vermischen. Auch wenn die direkte Nachkommenschaft einer solchen Verpaarung keine erkrankten Tiere hervorbringen wird, so können doch Genträger nach einigen Generationen wieder zusammen kommen. Es ist anzunehmen, dass jeder genetische Defekt auf diese Weise, über ein Gründertier eingeschleust wurde.

Gentest CL

Die Firma Optigen hat mir mitgeteilt, dass sich ab jetzt eine Testankündigung auf ihrer HP befindet. Der genetische Test für CL wird ab Juli 2005 möglich sein. Optigen hat die Lizenz von dem australischen ForscherDr. Alan Wilton erhalten, der Patenthalter für den Test ist. Blutproben, die bereits zum CEA Test zu Optigen geschickt worden sind, können auch auf das Vorliegen des CL-Gendefektes untersucht werden, und neue Proben können selbstverständlich auch eingeschickt werden. Details entnehmen Sie bitte der Seite www.optigen.com. Im Juni werde ich die Details dazu auf meine HP setzen.

Umfassende Information gibt es auf folgender Seite:

http://www.mybcsite.com/bccnswwebfiles/clinformation.htm

 

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Epilepsie

Diese Erkrankung wird in letzter Zeit immer häufiger in einem Atemzug mit den Border Collies genannt. Während die Epilepsie für einige Rassen (Beagle, Tervuren und Belgische Schäferhunde, Keeshund,  Deutscher Schäferhund[1]) als genetisch bedingt angesehen wird, gibt es meines Wissens keine wissenschaftliche Studie über Border Collies, die dies belegt.

Grundsätzlich kann jeder Hund, gleich welcher Rasse an Epilepsie erkranken.

Bei der Epilepsie handelt es sich um eine Funktionsstörung  des Gehirns, die sich in Krampfanfällen ausdrückt. Dabei spielen verschiedene Regulationsmechanismen eine Rolle, die bei betroffenen Hunden gestört sind. Es gibt eine Reihe von Faktoren, die zu einer übermäßigen Aktivierung von Nervenzellen führt, die im Krampfanfall endet. Die Anfälle können den ganzen Körper betreffen oder nur Teile, sie können mit Bewusstseinsstörungen und auch ohne einhergehen.

Die Diagnose der Epilepsie ist eine Ausschlussdiagnose. Verlaufen die Krampfanfälle nach einem bestimmten Muster und können alle anderen organischen Erkrankungen als Ursachen ausgeschlossen werden, kann die Diagnose Epilepsie gestellt werden.  Der Tierarzt wird dem Tier entsprechende Medikamente verschreiben, die die Krampfbereitschaft herabsetzen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass  die Therapie lebenslänglich bei dem betroffenen Tier erfolgen muss. Bei manchen Tieren kommt es zu einer völligen Heilung.

Es gibt zahlreiche websites zum Thema Epilepsie bei Hunden und Katzen, auf denen sich betroffene Hundebesitzer weiter informieren können, beachten Sie jedoch bitte den Haftungsausschluss. (Siehe Links und Impressum)

Ob die Epilepsie beim Border Collie wirklich gehäuft auftritt, muss erst noch wissenschaftlich erwiesen werden. Andere Zuchtverbände von Rassen, die ein wesentlich deutlicheres Problem mit dieser Erkrankung hatten, haben massive Anstrengungen unternommen, um dieses zu erfassen und zu reduzieren. Die Arbeiten von Herrn Professor Dr. Reiner Beuing (Universität Gießen) über Genotypwahrscheinlichkeiten  anderer rezessiv vererbter Erkrankungen ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Eingrenzung solcher Erkrankungen. Dies ermöglicht es dem Züchter, auf einem niedrigen Risikolevel zu züchten.

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Hüftgelenksdysplasie

Hierbei handelt es sich um eine Entwicklungsstörung des Hüftgelenks, bei dem entweder die vom Becken gebildete Gelenkpfanne zu flach, oder der Oberschenkelkopf nicht rund ist. Durch die Inkongruenz des Gelenks kann es beim älteren Hund zu Entzündungen mit schwersten Schmerzen kommen.

Laut Statistiken unseres Zuchtverbandes kommt diese Erkrankung beim Border Collie selten vor.

Eine Röntgenaufnahme des Beckens im Alter von 12 bis 18 Monaten verlangt fast jeder Zuchtverband häufig betroffener Rassen vor der Zuchtzulassung. Zu dieser Röntgenaufnahme wird der Hund bis zur Muskelerschlaffung sediert, die Hinterbeine werden in gestreckter Position gehalten und das Becken wird geröntgt (Methode Müller/Saar).  Diese Aufnahme wird zu einem Gutachter geschickt, der sie nach einem Schema auswertet. Auf der Rückseite der VDH-Ahnentafel finden Sie das Auswertschema im internationalen Vergleich. Beim Border Collie ist in Deutschland eine Nachzucht nur von Hunden mit A und B Hüften erlaubt, was im Klartext „frei“ und „Übergangsform“ bedeutet.

Es kann – leider – vorkommen, dass auch aus Eltern mit guten Hüften ein Welpe mit schlechten hervorgeht. Das ist natürlich eher die Ausnahme als die Regel. Einigen Zuchtverbänden anderer Rassen ist es durch strikte Auslese gelungen, das HD-Risiko soweit einzudämmen, dass man heute davon ausgehen kann, einen „hüftgesunden“ Welpen zu erwerben. Möglich ist dies allerdings nur, wenn alle Nachkommen auch geröntgt werden. Nur so lässt sich der Zuchtwert einer Hündin und eines Rüden ermitteln.

Mittlerweile gibt es eine Fülle von Studien, die sich mit dem Thema beschäftigen. Ein Hund mit einer C Hüfte muss nicht immer eine Coxarthrose entwickeln, die Wahrscheinlichkeit ist (rasseabhängig und natürlich) größer als bei einem Hund mit einer „A“-Hüfte.

Am Beispiel zweier anderer Rassen wird in einer Doktorarbeit die Prognose von „B“ und „C“-Hüften untersucht:

http://library.vetmed.fu-berlin.de/fb-publikationen/60378.html

Züchter sehen es nicht gerne, wenn die Welpen und Junghunde zu stark belastet werden, sei es durch übermäßige Bewegung oder Übergewicht. Ob dies wirklich zu einem schlechteren Hüftgelenk führt, ist umstritten. Hilfreich für die Gesundheit der Gelenke ist es jedoch kaum.

ED – OCD Osteochondrosis dissecans (Ellbogen-Dysplasie)

Auch hier handelt es sich wieder um eine Wachstumsstörung im Gelenk, die bei jungen, schnell wachsenden Hund wie z.B. DSH, Rottweiler, Deutsche Dogge, Irischer Wolfhund Labrador und Golden Retriever vorkommt. Sie  führt häufig, wenn nicht immer,  zur Sekundärarthrosen. Eine  entsprechende Röntgenuntersuchung wird zunehmend auch beim Border Collie gemacht, mir liegen keine Veröffentlichungen über ein gehäuftes Vorkommen dieser Erkrankung bei meiner Rasse vor.

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[1] S.D. Johnston, M.V. Root Kustritz, P.N.S. Olson, „Canine and Feline Theriogenology“, Saunders 2001, S. 561


Erbliche Erkrankungen

Auge

CEA

Vererbungslehre

Katarakt

PRA

CL- Ceroid-Lipofuscinose

Epilepsie

Hüftgelenksdysplasie

Osteochondrosis dissecans

Gentest CEA

Gentest CL

 

 

 



 


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